Was als Football-Club Victoria startete, hat seither vier Namen, zwei Stadien und praktisch jede Ligastufe des Landes durchlaufen: von der Nationalliga A über zwei Cupfinals bis hinunter in die 2. Liga. Diese Wechselhaftigkeit ist kein Nebenaspekt der Vereinsgeschichte — sie ist ihr Kern.
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FC Schaffhausen auf einen Blick
- Gründung
- 1896
- Ursprünglicher Name
- Football-Club Victoria
- Ort
- Schaffhausen, Schweiz
- Erster Präsident
- Robert Sturzenegger
- Aufnahme in den Verband
- Frühjahr 1901
- Heutiger Name seit
- 1936
- Frühere Heimstätte
- Stadion Breite (1950–2016)
- Heutige Heimstätte
- FCS Arena (seit 2017)
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Die Gründung im Jahr 1896
Der Verein entstand 1896 unter dem Namen Football-Club Victoria. Die Namenswahl war typisch für die Zeit: Frühe Klubs auf dem Festland orientierten sich an britischen Vorbildern und an lateinischen Begriffen, die Sieg und Ehrgeiz ausdrückten.
Erster Vereinspräsident war der Schaffhauser Kaufmann Robert Sturzenegger, ein Bruder des Kunstmalers Hans Sturzenegger. Dass ein Kaufmann an der Spitze stand, passt zum Umfeld: Schaffhausen war eine Industriestadt am Rhein mit engen Verbindungen nach Süddeutschland, und der neue Sport verbreitete sich über genau solche Handels- und Ausbildungswege.
Der Anfang war mühsam. Der Verein kämpfte über lange Jahre um sein blosses Überleben, und bis in die 1920er-Jahre besass er nicht einmal einen eigenen Platz. Im Frühjahr 1901 wurde er in die Schweizerische Fussball-Association aufgenommen — der erste formelle Schritt vom losen Zusammenschluss zum Klub im organisierten Spielbetrieb.
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Vom FC Victoria zum FC Schaffhausen
Der heutige Name stand am Ende einer langen Kette von Umbenennungen und Zusammenschlüssen:
| Zeitraum | Name |
|---|---|
| ab 1896 | Football-Club Victoria |
| ab 1902 | Fussball-Klub Schaffhausen |
| danach | Vereinigte Fussball-Klubs von Schaffhausen |
| 1915–1936 | Vereinigte FC Schaffhausen-Sparta |
| seit 1936 | FC Schaffhausen |
Hinter dieser Aufzählung steht ein Muster, das für die Frühzeit des Fussballs charakteristisch ist. In derselben Stadt entstanden mehrere kleine Klubs, die einzeln zu schwach waren, um dauerhaft zu bestehen — und die sich deshalb zusammenschlossen. Der Schritt von einem Fantasienamen zum Ortsnamen markiert dabei den Übergang vom Verein einiger Enthusiasten zum Klub einer Stadt.
Der Zusammenschluss mit dem FC Sparta Schaffhausen im Jahr 1915 war der wichtigste dieser Schritte. Seit 1936 trägt der Verein durchgehend den heutigen Namen.
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Die frühen Jahrzehnte des Vereins
Die ersten vier Jahrzehnte spielten sich weitgehend im regionalen Rahmen ab. Der Schweizer Ligafussball strukturierte sich in dieser Zeit überhaupt erst; Spielklassen wurden eingeführt, umbenannt und neu zugeschnitten.
Für Schaffhausen bedeutete das eine Entwicklung ohne gerade Linie: Phasen der Konsolidierung wechselten mit Rückschlägen, und die Ligazugehörigkeit war selten über längere Zeiträume stabil. Regionale Titel gab es in dieser Zeit mehrere.
Der Durchbruch kam in den 1940er-Jahren. 1941 gewann der Verein den ZUS-Cup. Vier Jahre später, 1945, folgte der Meistertitel der 1. Liga und damit der Aufstieg in die Nationalliga B — der Schritt heraus aus dem regionalen Rahmen und hinein in den überregionalen Spielbetrieb.
Der bemerkenswerteste Einzeltag der frühen Vereinsgeschichte liegt kurz danach. Am 23. Mai 1948 trat die komplette englische Nationalmannschaft in Schaffhausen an — ein Gastspiel, das für einen Klub dieser Grössenordnung heute kaum mehr vorstellbar wäre.
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Wichtige sportliche Phasen und Erfolge
Die Jahre in der Nationalliga A
Zwischen Mitte der 1950er- und Mitte der 1960er-Jahre erreichte der FC Schaffhausen dreimal die höchste Schweizer Spielklasse: von 1955 bis 1957, in der Saison 1961/62 und in der Saison 1963/64. Keiner dieser Aufenthalte war von langer Dauer, doch sie markieren die erste grosse Phase des Vereins.
1963 gewann der Klub den Meistertitel der Nationalliga B. In dieselbe Zeit fällt der erste Cup-Halbfinal: Am 3. April 1961 unterlag Schaffhausen La Chaux-de-Fonds mit 0:2.
Der Absturz von 1969
Am 1. Juni 1969 endete in Amriswil eine unglücklich verlaufene Meisterschaft mit einer Niederlage, die den Verein bis in die 2. Liga zurückwarf — der erste Abstieg dieser Grössenordnung in der Klubgeschichte.
Die Folgen reichten über das Sportliche hinaus. Eine ausserordentliche Generalversammlung befasste sich mit einem einzigen Traktandum: dem Weiterbestand des Vereins.
Die Rückkehr und die Cupfinals
Der Verein fing sich. 1973 folgte der zweite ZUS-Cup-Sieg, 1984 der zweite Meistertitel der 1. Liga.
Die grössten Momente dieser Ära waren zwei Cupfinals. Am 23. Mai 1988 unterlag Schaffhausen dem Grasshopper Club Zürich mit 0:2, am 15. Mai 1994 demselben Gegner mit 0:4. Zweimal die Endstation gegen den Rekordcupsieger — aber zweimal auch der Beweis, dass ein Klub dieser Grösse den Weg bis ins Finale schaffen konnte.
Der Aufstieg in die Super League
Die erfolgreichste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte ist mit einem Namen verbunden: Jürgen Seeberger führte die Mannschaft als Cheftrainer von der 1. Liga bis in die höchste Spielklasse.
2004 gewann der FC Schaffhausen die Challenge League und stieg in die neu gebildete Super League auf. Dort hielt sich der Verein vier Spielzeiten — 2004/05 bis 2007/08 —, gesichert im ersten Jahr über eine Barrage gegen den FC Vaduz. Am Ende der Saison 2006/07 folgte als Zehnter der Abstieg.
Nach der Super League
Die Jahre danach verliefen wechselhaft. 2011 stieg der Verein aus der Challenge League ab, kehrte zurück und etablierte sich erneut in der zweithöchsten Spielklasse.
Der Saison 2021/22 fehlte wenig zur Rückkehr nach ganz oben: Als Zweiter erreichte Schaffhausen die Barrage gegen den Neunten der Super League. Nach einem 2:2 zu Hause verlor die Mannschaft in Luzern mit 0:2.
Nach der Saison 2024/25 musste der Verein die Challenge League verlassen und spielt seither in der Promotion League, der dritthöchsten Spielklasse.
Die Erfolge im Überblick
| Jahr | Erfolg |
|---|---|
| 1941 | ZUS-Cup |
| 1945 | Meister 1. Liga (Aufstieg in die Nationalliga B) |
| 1963 | Meister Nationalliga B |
| 1973 | ZUS-Cup |
| 1984 | Meister 1. Liga |
| 1988 | Schweizer Cup: Final |
| 1994 | Schweizer Cup: Final |
| 2004 | Meister Challenge League (Aufstieg in die Super League) |
Insgesamt gehörte der FC Schaffhausen mehr als 54 Saisons der zweithöchsten Spielklasse an — ein Wert, der die eigentliche Konstante der Vereinsgeschichte besser beschreibt als jeder einzelne Titel.
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Stadion Breite: die frühere Heimat des FC Schaffhausen
Am 13. August 1950 wurde das Stadion Breite eingeweiht. Die Tribüne finanzierte der Verein über Anteilsscheine — eine Selbsthilfelösung, die zeigt, unter welchen Bedingungen der Klub damals baute.
Ein zweites Datum markiert einen Einschnitt in der Nutzung: Am 17. August 1974 ging die Flutlichtanlage am Hauptspielfeld in Betrieb, ebenfalls in weitgehender Eigenverantwortung errichtet. Flutlicht war mehr als eine technische Neuerung — es ermöglichte Anstosszeiten am Abend und veränderte damit grundlegend, wann ein Publikum ins Stadion kommen konnte.
Rund 66 Jahre lang war die Breite die Heimat des FC Schaffhausen. Seit den 1990er-Jahren genügte die Infrastruktur den Anforderungen der Swiss Football League allerdings nicht mehr — der eigentliche Grund, warum ein Neubau überhaupt zum Thema wurde.
Am 4. Dezember 2016 fand das letzte Heimspiel der ersten Mannschaft im Stadion Breite statt, gegen den FC Chiasso.
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FCS Arena: der Weg zum neuen Stadion
Der Planungsprozess für ein neues Stadion zog sich über beinahe 25 Jahre. Der erste Spatenstich erfolgte am 28. August 2015 im Industriegebiet Herblingen; die eigentliche Bauzeit betrug danach nur rund anderthalb Jahre.
Am 25. Februar 2017 bestritt der FC Schaffhausen sein erstes offizielles Heimspiel in der neuen Arena — gegen den FC Winterthur, vor einem nahezu ausverkauften Haus. Der FCS gewann 2:1; das erste Tor im neuen Stadion erzielte Shkelqim Demhasaj.
Die Anlage ist ein Stadion mit Mantelnutzung: Die Haupttribüne ist ein dreistöckiges Gebäude, dessen untere Geschosse Verkaufs-, Büro- und Gastronomieflächen aufnehmen, während im obersten Stock Logen liegen. Im Oktober 2017 erhielt der Bau den Schweizer Solarpreis in der Kategorie Neubauten — die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist grösser als das Spielfeld und deckt den Energiebedarf des Gebäudes mehr als vollständig.
Ein Stadion, vier Namen
Wer nach der Geschichte der Arena sucht, stösst auf verschiedene Bezeichnungen. Sie beziehen sich alle auf dasselbe Stadion:
| Zeitraum | Name |
|---|---|
| ab 2017 | LIPO Park Schaffhausen |
| ab 2020 | Stadion Schaffhausen |
| ab Juli 2021 | wefox Arena |
| ab Juli 2023 | Berformance Arena |
| heute | FCS Arena |
Der ursprüngliche Name ging auf den Hauptmieter des angegliederten Einkaufszentrums zurück, die Möbelhauskette LIPO. Nach deren Rückzug wechselten die Namensrechte mehrfach. Seit Ende 2021 liegt das Stadion vollständig in der Hand der FC Schaffhausen AG.
Der heutige Name trägt damit erstmals den Verein selbst — ein Detail, das mehr über die Eigentumsverhältnisse aussagt als über Marketing.
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FC Schaffhausen heute
Heute spielt der FC Schaffhausen in der Promotion League, der dritthöchsten Schweizer Spielklasse, nach dem Abstieg aus der Challenge League. Die aktuelle sportliche Lage steht im Überblick zum FC Schaffhausen; die vollständige Rangliste findet sich auf der aktuellen Promotion League Tabelle.
Die Ausgangslage unterscheidet sich deutlich von früheren Tiefpunkten. Der Verein verfügt über ein modernes Stadion im eigenen Besitz und über eine Nachwuchsstruktur — Voraussetzungen, die 1969 nicht gegeben waren.
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David Sesa und das aktuelle Kapitel
Seit dem 1. Januar 2026 ist David Sesa Cheftrainer des FC Schaffhausen. Der Verein stellte ihn Ende Dezember 2025 vor, nach dem Abstieg aus der Challenge League.
Sesa wurde 1973 im Kanton Zürich geboren. Als Spieler kam er bei Servette zum Durchbruch, war mehrere Jahre in Italien aktiv — unter anderem bei Lecce und Napoli — und bestritt 36 Länderspiele für die Schweiz. Als Trainer arbeitete er beim FC Wohlen, als Assistent bei RSC Anderlecht und Al Ahly SC, als Cheftrainer bei der AC Bellinzona und zuletzt beim FC Rapperswil-Jona, mit dem er den Aufstieg in die Challenge League erreichte.
Wie sich seine Amtszeit in die Vereinsgeschichte einordnet, lässt sich erst rückblickend beurteilen. Seine Arbeit in Schaffhausen ist unter David Sesa als Trainer des FC Schaffhausen dokumentiert, die gesamte Laufbahn unter David Sesas Trainerkarriere.